Deutsch Hausaufgabe: Leben lernen!

Fangen wir mit dem wichtigsten an, was unsere Schulbildung angeblich zu bieten hat: unserer Sprache, Deutsch.

Wie viele von euch wahrscheinlich wissen, gibt es den sogenannten “Lehrplan” oder eher “Leerplan”?

Vielleicht auch “gar-kein-Plan”, wenn man manche Lehrer fragt!

Besagter Lehrplan legt jedenfalls fest, was wir in jedem Schuljahr erarbeiten müssen beziehungsweise sollen, denn Bildung ist schließlich immer ein freiwilliges Angebot, richtig?

Genau bei diesem Plan fängt die Misere an. Denn wer denkt sich aus, was die Schüler so Alles unbedingt lernen müssen?

Politiker, sprich die Menschen, die am wenigsten Ahnung haben, was im Leben hilfreich sein könnte! Und so beraten Menschen, die eben genau keinen Plan vom Unterrichtsalltag haben, über den Plan, den ihre stummen Marionetten im Unterrichtsalltag zu lehren haben.

Ganz schön bescheuert, wenn man mich fragt! Aber mich fragt man ja nicht, denn woher sollte ich als Schüler auch wissen was mir im späteren Leben helfen könnte und in welchen Bereichen genau ich die Befürchtung habe noch eine zu löchrige Bildung abbekommen zu haben.

Da muss es schon soweit kommen, dass eine Abiturientin sich per twitter beschwert! PER TWITTER! Einem der letzten Schulfernen Räumen, die dem Schüler von heute noch bleiben!

Ich schweife wieder ab! Deutsch!

Wir haben Bücher gelesen, soviel weiß ich noch. Bücher, ohne Ende, aber nichts aktuelles, nur alte Schinken. Was uns das bringen soll und ob diese Literatur nicht im Geschichtsunterricht besser aufgehoben wäre, weiß kein Mensch! Außer vielleicht “der gute Mensch von Sezuan“, aber auch der hat eigentlich keine Ahnung vom Leben, bevor er es durchlebt hat. Fast wie wir Schüler. Verbannt auf eine Insel, die uns so gar nicht gefällt, wie Iphigenie auf der Schule.

Der Prozess” in dem man sich befindet, heißt nicht erwachsen werden oder Pubertät, sondern viel mehr “lern oder stirb” oder sei ein Überflieger! (Die Meisten, die Überflieger zu sein scheinen, hocken doch so Harry Potter mäßig in einer Kammer unter der Treppe und wälzen Bücher. Die Treppe, die ab und zu etwas Staub auf ihren Pottschnitt by Mama rieseln lässt, verkaufen sie den anderen als Karriereleiter, an dessen Anfang sie ja stünden.)

Was man in Deutsch in Vorbereitung auf das Leben machen könnte, wie zum Beispiel: Bewerbungen schreiben, verlegt man in die 8./9. Klasse, damit auch jeder Schüler es bis zum Ende der Schullaufbahn vergessen hat. Und selbst wenn man noch etwas weiß, dann haben sich die Formalitäten wieder soweit geändert, dass die gelehrnten sowieso nicht mehr aktuell sind. Da fällt mir ein, dass dieses o.g. Bewerbungstraining nicht in der Schule stattfindet. Wie sollen die Lehrkräfte bitte auch das noch ohne Burn-out im strikten Lehrplan der Regierung unterbringen?

Nein! Diese wichtige Berufsvorbereitung übernimmt ein politisch und Arbeitsmarkttechnisch völlig unabhängiges Institut: Die Sparkassen-School!

Jetzt dürft Ihr euch fragen, warum sich nichts ändert! Ich habe es bereits gesagt: Mich fragt ja keiner!

2 Comments

  1. Hey Timo,

    Ich glaube nicht, dass ich in einer Welt leben will in der ich darauf getrimmt werde lauter unsinniger Bewerbungen, Steuererklärungen und sonstige utilitaristischen Blödsinnigkeiten zu erlernen. Ich glaube das Bücher wie Iphigenie und besonders der Proceß einfach verloren gehen durch den Zwang der Schule. Ich glaube, dass jeder Mensch einen Sinn zur Weiterbildung hat, sei es das 1mal1 oder den Proceß zu lesen, doch um diesen Sinn nachzugehen gilt es 3 Phasen zu durchgehen. Die 1. Phase wäre es sich für etwas zu interessieren, Fragen zu stellen um auf Probleme zustoßen. Beispielsweise anhand des Proceßes sich zu fragen: Existiert Schuld ? Bin ich Schuldig ?.. hat man dieses Interesse entwickelt und seinen Weg zum Buch oder was auch immer gefunden.. so folgen die weiteren Schritte: Lesen und Reflektieren. Der 2. und 3. Schritt werden bei guten Lehrern oft gemacht, der 1. und wichtigste Schritt jedoch wird einfach übersprungen und Schüler verlieren den Zugang zu Büchern, Naturwissenschaften und zu sich selbst. Was ich sagen will, Schüler sollen nicht lernen Bewerbungen zu schreiben, wie man 1×1 rechnet, was in Iphigenie drinsteht, Schüler müssen lernen Zugänge zu schaffen egal zu welchem Thema. Wichtig ist nur das alles ohne Zwang entsteht und die einzige zugelassene Autorität, man selbst ist.

    Grüße an meinen alten Bekannten

    1. Hey,
      erstmal vielen Dank, für deinen Kommentar! Ich sage nicht grundsätzlich, dass diese Literatur im Unterricht nichts zu suchen hat. Ich will damit lediglich sagen, dass meiner Meinung nach, essenzielle Themen im Schulalltag zu kurz kommen. Dennoch finden haufenweise literarische Antiquitäten ihren Weg in den Unterricht. Sicherlich ist es auch Ziel der Oberstufe, dass Schüler lernen, sich mit vielleicht auf den ersten Blick fremd scheinenden Texten zu beschäftigen und eine eigene Meinung zu bilden. Trotzdem ist die Schule, zumindest für die Schüler, die keinen weiteren akademischen Weg wählen, auch eine Vorbereitung aufs Leben und sollte keinen mit dem Ende der Schulzeit ins kalte Wasser fallen lassen.
      Liebe Grüße
      Timo

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